Countdown zum Tough Guy

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2014-01-26 13.39.52Sieht man normalerweise in meiner Timeline auf Facebook nur hin und wieder mal ein Bild von jemand im Wasser badend bzw. nur in einem Zeitraum, wo es keinerlei Aufmerksamkeit erregen würde, hat sich in den letzten Wochen was verändert. Andauernd posten alle möglichen Leute Bilder von sich im eiskalten Wasser badend oder bei Liegestützen im Schnee. Sucht man nach dem Grund für diese Posting, fällt immer wieder das gleiche Stichwort: TOUGH GUY!

Am kommenden Sonntag ist es nun endlich soweit. In der Nähe von Wolverhampton findet wie jedes Jahr am letzten Januar Wochenende der Tough Guy statt. Seit 1986 quälen ich hier bis zu 6000 Starter durch einen höllischen Parcours auf einer alten Farm. Eiswasser, Matsch und Strom sind nur ein paar Probleme welche auf den Starter an diesem Tag zukommen werden. Fast schon traditionell ist die große Menge an deutschen Teilnehmern beim Tough Guy. Konnte die letzten Jahre immer ein Deutscher und ein deutsches Team die Gesamtwertung für sich entscheiden sieht auch dieses Jahr viel danach aus, wobei auch hier die Konkurrenz aus der ganzen Welt sehr groß sein wird. Während auf der ganzen Welt sogenannte Obstacle Races wie Pilze aus dem Boden schießen und mit viel Kommerz auf sich aufmerksam machen, ist der Tough Guy vor allem eins: Authentisch! Seit nunmehr 29 Jahren besteht dieses Event auf einer alten heruntergekommenen, stinkenden und versifften Farm (Sorry Mr. Mouse). Die Teilnahmegebühren sind zwar ähnlich hoch wie bei vergleichbaren Wettbewerben (ab 80€) aber hier geht ein großer Teil weiter an wohltätige Zwecke und nicht nur in die Taschen von Marketingabteilungen. Die Hindernisse stehen das ganze Jahr und sind bei vielen schon Legende. Der deutsche TÜV würde vermutlich durchdrehen, wenn er die Aufbauten mit den maroden Seilen ohne Sicherungen sehen würde. Aber hier in England gehört das beim Tough Guy, genauso wie die Death Warranty die man vorher unterschreiben muss, einfach dazu.

Für mich ist es nach 2014 der zweite Start beim Tough Guy. Nachdem es für mich letztes Jahr nur ums „Überleben“ ging, hab ich mir insgeheim für dieses Jahr schon was vorgenommen. Anfang Dezember konnte ich meine Zeit beim Getting Tough The Race um fast 30 Minuten verbessern, das gleiche beim Tough Guy zu schaffen wäre ein großes Ziel! Vorrangig will ich auf jeden Fall meine Zeit von 2:30 aus dem vergangenen Jahr verbessern. Helfen soll mir dabei vor allem auch der Startplatz in der Tough Guy Squad, welcher „Wiederholungstätern“ zusteht.

Um dieses Ziel zu verwirklichen habe ich die letzten Wochen sehr auf meine Ernährung geachtet und mich zum Großteil (1-2 Ausnahmen gibt es immer) nach dem F-AS-T Prinzip ernährt. Dabei galt es viele gesunde Fette, viel Eiweiß und nach Möglichkeit Kohlenhydrate nur aus Gemüse zu essen. Lauftechnisch konnte ich vor allem die letzte Woche gefühlt schon Kapital daraus schlagen. Mit einer 38:47 stellte ich im Training eine neue persönliche Bestzeit auf 10km auf und nur 3 Tage später mit 1:31:37 Stunden eine verdammt starke Zeit im Halbmarathon bei 240 positiven Höhenmetern.

Rein sportlich bin ich also für England gerüstet. Doch wie sieht es mental aus? Die Erlebnisse von letzem Jahr im Kopf habe ich natürlich auch sehr viel Respekt vor dieser Herausforderung. Die zwei Stromschläge von letztem Jahr, sowie das kalte Wasser habe ich noch sehr gut im Gedächtnis und doch ein bisschen Schiss davor. Das Wetter sagt für dieses Jahr zwar einen trockenen Tag voraus, dafür aber die letzten Wochen nachts immer Frost, was das Wasser sicherlich kälter macht als letzes Jahr.wetterwolv

An meiner Seite werden dieses Jahr zwei gute Kumpels von mir an den Start gehen. Für sie wird es das erste Mal bei einem Obstacle Race sein und dann gleich den Tough Guy. Ob beide wissen worauf sie sich eingelassen haben? Noch bin ich mir da nicht so ganz sicher. Aber allein wenn beide nach Besichtigung des Geländes am Samstag Nachmittag dann Sonntags an den Start gehen haben sie meinen Respekt gewonnen. Was anschließend im Rennen passiert kann keiner Beeinflussen. Da kann es selbst einem Topmann passieren, dass er nicht durchkommt. Machen die Muskeln bei dem kalten Wasser dicht, kann man noch so trainiert sein. Die beste Chance der beiden wird wohl sein sich gemeinsam durch das Rennen zu ziehen und sich gegenseitig zu helfen und zu motivieren! Ich wünsche beiden auf jeden Fall viel Glück auf dem Weg ein Tough Guy zu werden!

Anreisen werden wir alle gemeinsam am Donnerstag Abend nach London und dann Samstag Morgen per Mietwagen gen Wolverhampton aufbrechen. Von dort geht es dann Montag nach überlebten Rennen mehr oder weniger vollzählig wieder zurück nach London.

Ich freue mich schon die ganzen Verrückten wieder zu treffen und wünsche euch allen eine gute „Restwoche“ bis es wieder heißt:  WOLVERHAMPTON IS CALLING!

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