Lauftypen

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Von Lauf zu Lauf ändert sich nicht nur die Strecke und die Distanz, sondern auch der Typ Mensch der teilnimmt. Bei den verschiedenen Wettbewerben nimmt man unterschiedlichste Stimmungen war. 

Typ 1: Der gestresste Läufer

Seine Gattung ist meistens bei großen Veranstaltungen anzutreffen. Mehrere tausend Leute drängen sich auf einer viel zu engen Startgeraden. Meistens sind dies Halbmarathon oder 10km-Läufe in größeren Städten. Die Läufer drängeln, grüßen sich nicht und jeder versucht nur seinen besten Platz zu ergattern. Auch die Hilfeleistungen untereinander sind gleich null. Weiß man bei kleineren Läufen, dass man die Außenbahn frei macht für Läufer die überholen wird hier nach außen gespuckt und den Weg blockiert. Zudem läuft mehr als 80% mit Kopfhörer vor sich hin und bekommt nichts von der Umwelt mit. An den Verpflegungspunkten wird gedrängelt und anschließend die Zielverpflegung geplündert soviel man tragen kann.

Typ 2: Der familiäre Volksläufer

Das erste mal wenn man zu einem Wald und Wiesenlauf in der Umgebung kommt, fühlt man sich schlecht. Jeder scheint jeden zu kennen. Als Neuling steht man da Recht unbedarft neben dran und fühlt sich nicht wohl. Wenn man allerdings versucht mit den Leuten ins Gespräch zu kommen merkt man, dass man schnell ein Teil dieser „Familie“ werden kann. Die Organisation wird meist von ehrenamtlichen Mithelfern eines Ortvereins vorgenommen und eigentlich steht die Reihenfolge im Ziel schon vorher fest. Hier wachsen schnell Lauffreundschaften und man findet sich schnell in einer Laufgruppe wieder die sich mehrmals wöchentlich trifft. Hier lernt man die wichtigen Kniffe und Tricks. Erfahrungen werden hier sehr gerne ausgetauscht und die neuesten Laufabenteuer erzählt. Understatement wird hier allerdings großgeschrieben. Meistens ist die Leistungsdichte sehr hoch aber meist heißt es dann „Lief nicht so gut“ und man steht als Mitläufer nur da und denkt „Nicht so gut??“.

Typ 3: Die Ultrafamilie

Kommt man zu einem Ultralauf ist die Stimmung direkt anders. Das Teilnehmerfeld schrumpft zusammen. Die Läufer gehen respektvoll miteinander um. Man kennt die meisten dieser „Verrückten“. Sei es aus dem echten Leben oder nur von virtuellen Berichten oder Blogs. Jeder versucht hilfsbereit zu sein. Wenn man unterwegs einen Durchhänger hat, muntert man sich gegenseitig auf, bietet einen Schluck aus der Flasche an. Oftmals hat man während des Laufens Zeit sich gepflegt zu unterhalten. Man quatscht über vergangene Abenteuer und noch kommende. Hier kann man sich anregungen für die nächsten Herausforderungen holen. Im Ziel sind dann alle wieder gleich. Man hat die Strecke geschafft. Sich den Respekt der anderen ehrlich verdient. Ob man nun 2 oder 3 Stunden langsamer war wie der Sieger? Egal! Man gratuliert sich und trinkt ein Zielbier zusammen. Einfach ein geborgenes Gefühl in der Ultrafamilie.

Ende Teil 1

Kennt ihr noch weitere Typen?

2012-11-25 10.23.10

Hegau-Bodensee-Crosslaufserie

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