Vergleich zwischen Speedcross 4 und Speedcross 5

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Ein Schuh der Serie Speedcross ist wohl jedem Läufer ein Begriff, der in einem Sportgeschäft nur mal annähernd das Wort „Trail“ in den Mund genommen hat. Generationen von Läufern haben den Speedcross zum meistverkauften Trailschuh gemacht. Aber nicht nur wir Läufer haben die Erfolgsgeschichte dieses Schuhs aus dem Hause Salomon geschrieben. Im Laufe der Zeit war der Speedcross auch zum Lifestyle Objekt verkommen. Heerscharen von Büroangestellten und Spaziergänger haben den Schuh in hunderten Farbkombinationen aus den Regalen der Sporthändler gekauft. 

Umso beliebter der Speedcross 1-4 bei der breiten Öffentlichkeit auch abseits des Laufsports wurde, desto gespaltener war die Meinung der Läufer über den Speedcross. Bei vielen geliebt und dutzende Modelle verschlissen, bei vielen aber auch verschmäht. 

Mir persönlich war der Speedcross einfach immer ein Stück zu instabil und mein Fuß neigte zum Umknicken auf unebenen Trails. Bis auf den Einsatz bei zwei Hindernis Läufen weilte der Schuh im Regel und wartete auf den gelegentlichen Einsatz im Alltag. Auch der Grip auf vor allem nassen Trails mit Steinen und Wurzeln ließ viele Wünsche offen und wer einmal mit einem Speedcross einen Laden betreten hat dessen Fließen nass waren, weiß was „kein Grip“ bedeutet. 

Speedcross 5 – The rawest emotion!

Mit dem Speedcross 5 möchte Salomon nun gleichzeitig einen Riesenschritt nach vorne und zurück gleichzeitig machen. Nach vorne vor allem indem man den Speedcross weiterentwickelt, diese Weiterentwicklung bringt auch den direkten Schritt zurück zu den Läufern auf den Trail. Der Speedcross 5 soll aus dem Büroalltag ausbrechen und sich wieder die Trails und die Wälder dieser Welt erobern dürfen. Hierzu wurde der Speedcross grundlegend verändert. 

Die Veränderungen

Der neue Speedcross 5 kehrt zurück zu einem puristischeren Style. Im knalligen Rot (andere Farben vorhanden) ist er eine direkte Kampfansage und macht Lust auf eine wilde Anwendung in der Natur. Dieser Schuh will sich mit dem ersten Anblick direkt in die Trails wühlen und den Dreck aufspritzen lassen. Dieses Gefühl vermittelt auch der Salomon Werbespot zum Schuh.

Verbesserter Grip

Bisher einer der Schwachpunkte des Speedcross. Unschlagbar im tiefen und nassen Boden, aber gleichzeitig sehr schwammig und rutschig auf glatteren Oberflächen. Diese Schwäche versucht Salomon nun durch eine Veränderung der Sohle zu eliminieren. Die Stollen wurden anders angeordnet, verbreitert und die Zwischenräume verändert. Dies soll auf allen Oberflächenbedingungen einen besseren Grip beim Abstoßen und Landen bewirken. 

Die „Dreiecke“ sind nun schon weiter vorne im Bereich der Sohle rückwärtig angeordnet und verhindern somit ein schnelles wegrutschen. Auch die „freie“ Mitte ist verschwunden und das Profil nun durchgängig. Sichtbar hat sich die Anzahl der Stollen reduziert um mehr Halt im Zwischenraum zu gewährleisten.

Die Stabilität

Bisher hatte der Speedcross vor allem im Fersenbereich Defizite. Dies führte zu einem schwammigen Laufverhalten, welches den Träger das ein oder andere Mal leichter umknicken ließ auf einem unebenen Trail. Dies hat Salomon nun beim Speedcross 5 dadurch gelöst den Fersenbereich des Speedcross überarbeitet zu haben. Die Hinterkappe wurde höher gezogen und bietet mit dem bewährten Schnürsystem dem Fuß einen stabileren Halt und bietet dem Träger so mehr halt auf unebenen Flächen. 

Bei Größe 46 bedeutet dies konkret: 7,5cm Hinterkappe beim Speedcross 4 und 9 cm beim Speedcross 5. 

 Auf den ersten Blick ist der „Klotz“ an der Ferse größer geworden im Vergleich zum Speedcross 4. Allerdings trügt dieser Schein, da der Fuß gleich tief im Schuh steht und somit mehr Schutz und Stabilität bekommt durch den geschützten Fersenbereich. So hat man trotz der 10mm Sprengung einen guten Kontakt zum Untergrund und steht nicht zu hoch im Schuh.

Die Passform

Das Obermaterial wurde von Modell 4 zu Modell 5 ebenfalls geändert. Beim Speedcross 4 bestand das Obermaterial noch aus verschiedenen „verklebten“ Komponenten. Beim neuen Speedcross 5 ist das Obermaterial komplett verschweißt und und nur das Schnürsystem ist eine extra Komponente. Dies ermöglicht dem Sensifit System den Fuß besser zu umschließen und den Fußbewegungen besser zu folgen. 

Verbesserte Abrollfähigkeit 

Ein weiterer gravierender Unterschied zwischen den beiden Modellen ist die veränderte Ferse. Beim Speedcross 4 schließt diese fast parallel mit dem Untergrund ab. Beim neuen Speedcross 5 ist diese nach oben gezogen, dies verbessert die Abrollfähigkeit des neuen Models und macht dieses noch leichter zu laufen. 

Auch die „Mittelbrücke“ zischen Vorfuß und Ferse ist schmaler und runder geworden. Dies bringt dem Speedcross 5 mehr Lust wieder schneller und aggressiver gelaufen zu werden und nimmt ihm die „Gemütlichkeit“ welche den Speedcross 4 als Alltagsschuh groß gemacht hat. 

Ein schickes Werbevideo zum Aufbau des Schuhs gibt es auch hier. 

Lauferfahrung

Die erste Erfahrung konnte ich mit dem Speedcross 5 schon machen. Der Schuh hat auf Anhieb Spaß gemacht. Der Fuß steht fest im Schuh und der Speedcross 5 gibt dem Fuß einen sehr stabilen Halt. Die Gefahr des Umknickens ist deutlich reduziert im Gegensatz zum Speedcross 4. Im Gelände, hier Trail mit Schnee hat der Speedcross 5 seine ganzen Stärken ausspielen können. Ein wahnsinniger Grip und gleichzeitig aber trotz seinen 360 Gramm in Größe 46 sehr „leichtfüßig“ zu laufen. Auch auf kurzen Straßenpassagen kein schwammiges Gefühl wie dies beim früheren Speedcross noch der Fall war. Ich freue mich schon darauf den Schuh auch auf schneefreien Trails zu testen und seine weiteren Stärken auszuprobieren. Salomon scheint mit dem Speedcross 5 wieder einen starken Laufschuh auf den Trailschuhmarkt zu bringen und eine Legende wieder neu aufleben zu lassen. 

UPDATE

Inzwischen konnte ich den Speedcross 5 auch auf schneefreien Trails testen. Auf abwechslungsreichem Terrain machte er einen super Eindruck. 28 Kilometer leistete er mir super Dienste und ich hatte nicht einmal das Gefühl wegzurutschen. Selbst auf Downhill Passagen mit sehr matschigen Teils und Felsen, eine Schwäche des Vorgängers, hatte der Speedcross einen unglaublichen Halt.  

Im Schnee

Im Dreck

 

Der Speedcross 5 auf der Salomon.com Webseite

Hinweis zur Werbung: Ich habe den Speedcross 5 im Rahmen meiner Tätigkeit als Salomon Trail Explorer zur Verfügung gestellt bekommen. Dieser Artikel entstand aber aus keinerlei daraus entstandener Verpflichtung. 

5 Gedanken zu „Vergleich zwischen Speedcross 4 und Speedcross 5“

  1. Ich sehe keine Bilder in dem Bericht. Bis auf das Erste. Geht das nur mir so?

    Ansonsten: toller Beitrag. Danke dafür. Der Speedcross 5 ist mein erster Speedcross, daher kann ich keine Vergleiche zu den Vorgängern ziehen. Ich hatte mal einen im laden anprobiert und fand ihn furchtbar. Den 5er mag ich allerdings sehr. Bei Matsch und Schnee einer der Schuhe mit am meisten Grip.

  2. Pingback: angetestet - Salomon Speedcross 5 - Die Legende lebt! | TrailRunnersDog.de

  3. Hallo Lars,
    manchmal ist der Zufall ein Eichhörnchen.
    Ich habe mir den Schuh vor etwa zehn Minuten bestellt und bin dann (weil ich Google sowieso noch offen hatte) bei Dir auf der Seite gelandet. Voll schön, dass ich ein noch besseres Gefühl bekommen habe im Hinblick auf meine Bestellung.
    Ich habe bei dem Speedcross4 (wie Du richtig schreibst) auch das Problem gehabt, dass ich seitlich weggerutscht bin. Auch ich laufe regelmäßig Trailläufe und Hindernisläufe und kann Deine Probleme mit dem Grip gut nachvollziehen. Aus diesem Grund freue ich mich umso mehr auf den Schuh!

    Bezüglich der Stabilität kann ich mich jedoch auch bei den Vorgängermodellen (ich hatte auch bereits den Speedcross3) nicht beschweren.

    Viele Grüße aus München und mach weiter so,
    Uwe

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