Wenn Hunde und Läufer aufeinander treffen

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René Schellhammer / pixelio.de

Im Sommer haben Läufer und Hunde meistens getrennte Reviere. Während man als Läufer auch in den Abendstunden noch weit ins Gelände laufen kann und die Hundebesitzer den Waldrand in Beschlag nehmen sieht das leider im Winter etwas anders aus. Und nicht immer geht dieses zusammentreffen gut.Wenn die Tage kürzer werden und die Dunkelheit abends früher Einzug hält schrumpfen auch die Reviere der Läufer und der Hundespaziergänger. Beide suchen dann die beleuchteten Parkwege und Straßenzüge auf. Dabei lässt sich dann ein zusammenstoßen nicht vermeiden. Dabei gibt es mehrere Typen von Hunden und Besitzern:

1. Der Vorsichtige und Rücksichtsvolle. Er hat seinen Hund an der kurzen Leine oder immer in Rufweite und ständig unter Kontrolle. Wenn man sich ihm nährt ruft er den Hund zu sich, stellt sich an den Rand und hält diesen am Halsband fest und grüßt freundlich. Für einen Läufer die perfekte Situation.

2. Der Rücksichtslose. Der Hund rennt einfach irgendwo rum und den Besitzer interessiert sich nicht dafür wo und was dieser gerade macht. Telefoniert oder unterhält sich mit einem Partner. Merkt erst am Bellen, dass sein Hund gerade einen Läufer zu einer schnelleren Pace verhilft. Einsicht zeigt dieser Typ aber nicht wenn man sich bei ihm beschwert.

3. Der „mein Hund tut nichts“-Typ. Dieser lässt seinen Hund auf den Läufer zu stürmen und schickt noch ein „Der tut aber nichts und will nur spielen“-Schrei hinterher. Als Läufer bringt einem diese Info, wenn ein großer Hund mit schnellem Schritte auf einen zu stürmt allerdings nicht sehr viel. Auch stehenbleiben und einen hochspringenden Hund abwehren ist nicht was sich jeder Läufer wünscht.

4. Der „Dieser Weg gehört mit“. Denkt gar nicht daran aus dem Weg zu gehen. Spannt die Leine des Hundes über den gesamtes Weg und ruft nur „Vorsicht“ wenn man sich nähert. Als Läufer muss man sich dann irgendwo am Rande des Weges vorbeimogeln und darf ja dem Hund nicht zu nahe kommen.

Mir ist heute auf der Unilaufrunde der Typ 4 begegnet. Das Ende der Begegnung war ein „fast“ Sturz meinerseits, einen schimpfenden Hundebesitzer und ein mitgeschleifter Hund. Die Unirunde führt bei der Hälfte entlang der Seestraße. Hier sind abends sehr viele Läufer und auch Hundebesitzer unterwegs. Wir liefen zu zweit nebeneinander als wir auf einen Spaziergänger mit einem kleinen Pudel aufschlossen. Dieser lief auf dem Grünstreifen ca. 1,5 Meter weg von seinem Herrchen. Wir wichen auf die Seite aus, weil aus der entgegenkommenden Richtung ein Paar mit Kinderwagen kam.. Einer lief rechts des „Herrchen“ vorbei und ich links. Da brüllte dieser plötzlich „VORSICHT“. Bevor ich allerdings reagieren konnte war ich schon in der Leine des Hundes verfangen. Welchen es natürlich ein Stück mitschleifte und von der Grasfläche auf den Weg. Ich konnte mich gerade noch vor einem Sturz retten aber schon hallte mir das Schimpfen des Hundebesitzer entgegen… „Ich hab doch Vorsicht gesagt. Das muss man doch sehen!! Rücksichtlose Idioten! Armer Hund!“ Natürlich… eine schwarze Leine bei Dunkelheit ist für jeden normalen Mensch sofort zu erkennen und ein „Vorsicht“ beschreibt einem natürlich komplett die Situation.

Auch wenn diese Winterzeit für beide Gruppen nicht sehr erfreulich ist, muss man trotzdem miteinander auskommen. Dazu benötigt es allerdings auch Respekt von beiden Seiten und miteinander klar zu kommen in diesem engen Territorium.

Von euch jemand schon Erfahrungen gemacht?

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